Home Zum Thema Das Projekt Tagung Downloads Links Impressum Sitemap LogIn  
 
   
Die Ziele  
Die Vorgehensweise  
Die Kooperationspartner  
Förderung  
Veranstaltungen  
Ergebnisse und Publikationen  
BMBF / SÖF  
Hypothesen des Forschungsprojektes

zurück

 

Die Gefährdung der Agrobiodiversität kann als Problemlage der Beziehungen von Natur und Gesellschaft bezeichnet werden, da ökonomische, soziale und ökologische Prozesse auf das Engste miteinander verkoppelt sind. Lösungsansätze für Erhalt und Entwicklung der Agrobiodiversität erweisen sich vor dem Hintergrund der Charakteristika des Problems als komplex, da mögliche Lösungsansätze erhebliche Veränderungen der ökonomischen und sozialen Dimensionen erfordern und damit mit erheblichen Konflikten verbunden sind.

1.         Das agro-industrielle System (inkl. Lebensmittelindustrie und Handel) ist in Entwicklungs- und Handlungslogiken eingebettet, die bezüglich ihres Umgangs mit Agrobiodiversität stark restriktiv sind (vgl. WBGU 2000). Das landwirtschaftliche Innovationssystem (Züchtung) orientiert sich an diesen Restriktionen und verstärkt dadurch diesen Pfad und seine Nebenfolgen. Das landwirtschaftlich- industrielle System befindet sich in einer „lock-in“ Situation.

2.         Es handelt sich um ein schleichendes Umweltproblem, sowie um ein Problem zweiter Ordnung in dem Sinne, dass es eine Folge der scheinbar erfolgreichen Lösung des Ernährungsproblems ist.

3.         Die Bewertung der Agrobiodiversität und damit auch die Bewertung ihres Verlustes ist stark konfliktär und geprägt von unterschiedlicher Werthaltungen und Problemwahrnehmungen.

4.         Die Überwindung dieser Konflikte erfordert diskursive Prozesse um die Integration der unterschiedlichen Problemwahrnehmungen der Akteure zu ermöglichen

5.         Im Idealfall ist es möglich, über wirtschaftlich erfolgreiche Nutzung einer breiten Basis von Tier- und Pflanzenressourcen, sowohl auf regionaler wie auch auf nationaler und globaler Ebene, diese Integrationsprobleme zu erleichtern.

6.         Ansatzpunkte für ein „lock-out“ müssen auch politisch und rechtlich gestaltet werden um in der langen Frist Ansätze zu Erhalt und Förderung der Agrobiodiversität sowohl in kleinräumigen wie auch in den weltweiten Wirtschaftsstrukturen zu ermöglichen.

7.         Die rechtlichen und politischen Vorbedingungen zur Erhaltung und Entwicklung der Agrobiodiversität werden in den aktuellen Prozessen zur noch offenen Ausgestaltung und praktischen Umsetzung der CBD, des noch nicht in Kraft getretenen International Treaty on Plant Genetic Resources (ITPGR), der TRIPS-Review sowie aktuellen Entwicklungen des europäischen und deutschen Saatgutrechts gelegt.